Abitur steht für Aufbruch, Abbruch oder Aufregung ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
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Ausgabe #288
Titelfoto

 
Sie wollte einfach mal einen raushauen! 

 
Vielleicht sind diese Worte in den vergangenen Tagen auch auf einem Bildschirm in eurer Nähe angekommen: Vor einer Woche war die Abiturrede der Schülerin Ellenor aus Hagenow öffentlich geworden, in der sie anprangerte, warum aus ihrer Sicht mehr als ein Drittel der Schüler des Jahrgangs durchgefallen sind. Die Rede war auch gespickt mit persönlichen Vorwürfen gegenüber Lehrkräften und gipfelte in einem beherzten „Fickt euch“. Das gab Applaus im Saal. 👏 
 
Die Diskussion danach war groß und wie so oft wurde über das Schulsystem im Allgemeinen gesprochen. Oder geht es hier vielleicht doch nur um Tratsch, der besser hinter der Schultür aufgehoben ist, als in der großen Öffentlichkeit? „Das ist doch logisch, dass das eskaliert, wenn man so ein Video auf Social Media teilt“, sagt eine Mitschülerin, die den Stil der Rede kritisiert. Auch Ellenor würde im Rückblick einiges auf andere Art formulieren, hält an den meisten Punkten aber fest, wie sie diese Woche unserer Reporterin gesagt hat. 
 
Mehr dazu lest ihr in den Nachrichten weiter unten. Dem Abitur 2026 haben wir in dieser Ausgabe einen Schwerpunkt gewidmet, denn es gab dazu weitere Artikel aus anderen Städten der Region. Inhaltlich ging es dort weniger wütend zu, dafür mit ein paar klugen Lebensweisheiten, die auch Jahre später noch gelten könnten. 
 
Wir wünschen dabei frohe Lektüre, vielleicht ja bereits im Urlaub? Einige von euch verbringen die Ferien sicher wieder in MV oder waren bereits hier. Habt ihr Tipps für ein paar neue Ziele, die man unbedingt gesehen haben sollte? Oder fahrt ihr immer wieder an denselben Ort? Tipps für Menschen mit Heimweh gehen wie immer an heimweh@nordkurier.de. 
 
Weitere Themen in dieser Ausgabe: 
800 Zuschauer für Musical aus Neubrandenburg
Vom Ziegenhof zum Begegnungsort
Anja denkt nicht in Zuständigkeiten
Erster Sternekoch in Schwerin
Messe zeigt das gute Leben
 
Haltet euch wuchtig! 
 
Simon und Caroline 

📖 Die gute Nachricht

Schulensemble aus Neubrandenburg gewinnt Musical-Preis vor 800 begeisterten Zuschauern

Schulensemble gewinnt Musical-Preis 

Mit dem Musical „Nie wieder.Jetzt!“ ist dem Neubrandenburger Lessing-Gymnasium ein großer Wurf gelungen. Nun haben sie in Dresden einen Preis gewonnen – vor 800 Zuschauern.
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🗣️ Abitur-Nachrichten

„Fickt euch“: Erstmals spricht die Schülerin öffentlich über ihre Abi-Wutrede

„Fickt euch“: Abiturientin hält Wutrede 

Mit ihrer Abiturrede hat Ellenor aus Hagenow erreicht, dass die Strukturen im Robert-Stock-Gymnasium geprüft werden. Trotzdem würde sie heute einiges auf andere Art formulieren.
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Kritik nach „Fickt Euch“-Rede wächst: Warum nicht alle Abiturientin Ellenor als Heldin sehen

Nicht alle sehen Ellenor als Heldin

Nach der Wut-Rede bei der Zeugnisübergabe im Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow gibt es Kritik von Teilnehmern der Veranstaltung. Die Schülerin habe unnötig Menschen diffamiert.
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Vom schweren Weg auf den Abilymp: „Heute kann ich vor ihnen stehen und sagen, sie lagen falsch.“

„Sie lagen falsch.“

In Anklam waren erstmals iPads und KI am Abitur beteiligt gewesen. Eine bemerkenswerte Rede wurde dort auch gehalten.
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Löcknitz: Für die 52 Abgänger rücken 76 neue Siebtklässler nach

52 Abgänger und 76 Nachrücker

Am Deutsch-Polnischen Gymnasium lernen deutsche und polnische Schüler seit 30 Jahren gemeinsam. Auf den Abi-Jahrgang 2026 folgen viele neue Siebtklässler.
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Auf Plattdeutsch, mit Musik und 1,0: Warum dieser Abiturjahrgang Maßstäbe setzt

Abiturjahrgang setzt Maßstäbe

Am Gymnasium in Demmin gelang vier Absolventen ein Spitzen-Durchschnitt, begleitet von Auftritten und Auszeichnungen. Und es gab auch einen Alltagshelden.
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Abiturienten feiern Abschluss eines großen Lebensabschnitts

„Wofür es sich zu leben lohnt, kann dir da draußen keiner sagen.“

Dieser Satz aus dem Text einer Poetry-Slamerin sollte den Abiturientinnen in Neukloster etwas mit auf den Weg geben.
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🐐 Wir von hier

Vom Ziegenhof zum Begegnungsort: Familie möchte Menschen und Umwelt verbinden

Vom Ziegenhof zum Begegnungsort 

Ein Ort für Begegnung, Bildung und Kreativität. Juliane öffnet den Hof Rosinenberg in Crivitz mit Workshops, Garten-Café und neuen Gemeinschaftsprojekten für die Region.
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Erster Michelin-Stern: Spitzenkoch aus Schwerin erobert die Gourmetwelt

Erster Michelin-Stern für Schwerin

Der erste Michelin-Stern für Schwerin trägt die Handschrift von Marcel. Ein Blick in die Küche zeigt, wie viel Teamgeist im Restaurant „1751“ stecken.
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📷 Bilderrätsel

Selbst der Abendhimmel leuchtete mit. (Foto: Simon Voigt)
Janz weit draußen und trotzdem mittendrin: Am Wochenende fand ein Festival rund um eine Burg statt, die am „Amazonas des Nordens“, dem bekanntesten Fluss von Vorpommern steht. Der Ort um den buckligen Turm ist auch bekannt für Sommerkinos und Apfelmärkte. Zudem könnt ihr dort Kanus ausleihen und am Fluss heruntermäandern. Wo könnte das sein? 
 
Antworten und Anekdoten gehen wie immer an heimweh@nordkurier.de. 
 
Lösung des Rätsels der vergangenen Ausgabe 
Annerose war eine der vielen Leserinnen, die richtig lagen: „Geschickt fotografiert, aber gleich erkannt: Bahnhofsvorplatz in Neustrelitz, dort wo ich oft lange auf verspätete Züge warten musste. Auf dem Foto waren die Holzfiguren auf dem Vorplatz zu sehen, über die Cornelia befand: „Die Reisenden sind ein Lichtblick auf dem ansonsten etwas unwirtlichen Bahnhof.“ 
 
Für Gaby ist Neustrelitz mit einigen Erinnerungen verbunden: „Dort bin ich aufgewachsen und musste leider wegen der Arbeit nach Duisburg ziehen. Ich bin aber noch Dauercamper am Useriner See und wir kommen immer mit dem Zug in Neustrelitz an.“ 
 
Anne ging es ähnlich: „Oft genug hat mich mein Papa von hier abgeholt, wenn ich mal wieder aus Frankfurt (Main) zu Besuch war und ab Neustrelitz nichts mehr nach Neubrandenburg fuhr.“ 
 
Ebenso lagen Hartmut, Diana, André und Rita richtig. Letztere grüßte aus dem Urlaub in Sellin, wo sie kurz vor der Lektüre dieses Newsletters ein Eis gegessen hatte. 🍦

👒 Anja fährt los

Sie begleitet junge Migranten vom ersten Formular bis zur ersten eigenen Wohnung. Was Anja antreibt, hat unser Reporter Claus Oellerking aufgeschrieben.
Gruppenbild mit Anja Rosemann (mit Strohhut). (Foto: privat)
Spät am Abend. Eine junge Frau aus Madagaskar steht vor ihrer Wohnungstür. Der Schlüssel ist im Schloss. Abgebrochen. Und nun? 8.000 Kilometer von zu Hause. Sie kennt in Deutschland noch nicht viele Menschen. Aber sie kennt eine, die sie jetzt anruft. 
 
Anja Rosemann fragt nicht lange. Sie zieht sich eine Jacke über, nimmt den Autoschlüssel und fährt los. Später erzählt sie diese Geschichte fast nebenbei. Als wäre daran nichts Besonderes. Vielleicht ist genau das das Besondere. Für Anja Rosemann endet ihre Arbeit nicht mit einem unterschriebenen Vertrag. Sie beginnt damit erst. 
 
Anja denkt nicht in Zuständigkeiten 
„So ein abgebrochener Schlüssel ist für mich eine Kleinigkeit, aber für jemanden aus Madagaskar eine große Herausforderung. Und für Menschen, die zu uns kommen und hier eine Ausbildung machen oder eine Arbeit antreten, gibt es einige davon. Für sie bin ich da. Als Coach. Als Migrationscoach“, sagt sie. 
 
Wer Anja Rosemann gegenübersitzt, merkt schnell: Diese Frau denkt nicht in Zuständigkeiten. Sie denkt in Lösungen. Ein Formular fehlt? Dann wird es beschafft. Eine Behörde blockiert? Dann wird nach einem Weg gesucht. Ein junger Mensch zweifelt? Dann wird miteinander gesprochen. Sie benutzt dafür einen Satz, der viel über sie verrät: Sie wolle Menschen über Hürden helfen – ohne ihnen den Sprung abzunehmen. 
 
Nach Ungarn ausgewandert 
Es ist ein Satz, der erstaunlich gut zu ihrer eigenen Biografie passt. Nichts in ihrem Leben verlief gerade. Sie wollte unterrichten und startete nach der POS am Institut für Lehrerbildung. Doch mittendrin: der erste Neuanfang von vielen in ihrem Leben. Sie wanderte nach Ungarn aus, baute dort mit viel Energie eine selbstständige Existenz, kehrte später mit ihren Kindern nach Mecklenburg-Vorpommern zurück. Nach der Rückkehr war sie dann selbst Ausländerin. Sie hatte die ungarische Staatsbürgerschaft angenommen und musste sich nun um Aufenthaltsfragen kümmern. Formulare, Ablehnung. Bürokratie. Heute sagt sie: „Ich kenne Grenzen nicht nur zwischen Ländern. Sondern auch aus Akten und dem eigenen Leben.“ 
 
Beruflich hat sich Anja Rosemann mehrfach neu erfunden. Sie führte ein Restaurant, arbeitete für die Bahn und die Bundesagentur für Arbeit, machte sich selbstständig und baute eine erfolgreiche private Arbeitsvermittlung auf. Sie lernte Arbeitgeber kennen, besichtigte Betriebe, suchte passende Menschen für passende Stellen. Doch etwas störte sie. 
 
Anja will keine Arbeitskräfte vermitteln. Sie will Menschen beim Aufblühen helfen, wie sie sagt. Wie es weiterging, steht im kompletten Artikel auf nordkurier.de.
Liebe Newsletter-Gemeinschaft, 
wir freuen uns, dass uns Anja ihre Geschichte erzählt hat. Bestimmt hast du auch etwas zu berichten, das gut in diesen Newsletter passen könnte. Wie ist es dir fern der Heimat ergangen? Warum hast du damals den Nordosten verlassen? Wie hältst du Kontakt zu den Leuten von früher? Oder bist du etwa zurückgekehrt? Schreib uns doch einfach an die bekannte Adresse: heimweh@nordkurier.de.

📣 Veranstaltungsausblick

One Trick Pony rocken den Kulturstall Userin – mit Überraschungsgast

One Trick Pony rocken den Kulturstall Userin 

Die Band One Trick Pony spielt im Kulturstall Userin. Mit im Gepäck haben sie einen Überraschungsgast.
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Alles begann mit 13 Jahren: Sie gehörte zu den ganz Großen des DDR-Sports

Alles begann mit 13 Jahren

Der Nordkurier lädt zum Legenden-Talk. Im Neubrandenburger Kino Latücht ist diesmal DDR-Sport-Legende Kornelia Eder zu Gast.
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Garten, Wohnen, Lifestyle: Messeaussteller zeigen auf Schloss Bothmer neue Trends

Garten, Wohnen, Lebensstil

Auf Schloss Bothmer öffnen sich am 17. Juli 2026 wieder die Tore für die LebensArt. Darauf können sich die Besucher an den drei Messetagen freuen und das kostet der Eintritt.
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Ihr wollt weitere Ausflugstipps zu Musikevents, Ausstellungen und Festen? Kein Problem: 
Weitere Veranstaltungen im Nordosten findet ihr nun auch auf dem Veranstaltungskalender auf nordkurier.de. 
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Zu guter Letzt 

Wie fandet ihr diese Ausgabe? Ihr könnt diese Mail auch an Weggezogene, Dagebliebene, Verwandte, Ostsee- und Seenliebhaber, Küstenkinder, Freunde, Meckelbörger, Hinterpommern und Bekannte weiterleiten, wenn euch dieser Newsletter gefallen hat. Denn Weiterempfehlungen sind bekanntlich das größte Lob. Link zum Abonnieren: www.nordkurier.de/heimweh 
 
Ihr habt sonst noch Fragen, Ideen oder Anregungen? Dann schreibt uns unter heimweh@nordkurier.de. Wir freuen uns immer über eure Rückmeldungen! 
 
Das Titelbild von Jens Büttner/dpa zeigt eine Frau, die mit guter Aussicht in Sassnitz ein Buch liest.
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